1. Regel: Das Konsentprinzip

Die erste Basisregel bildet die Garantie für die Gleichwertigkeit aller TeilnehmerInnen einer Organisation bei der Beschlussfassung. Das Konsentprinzip ist die Übereinkunft darüber, dass das Prinzip von “kein schwerwiegender und begründeter Einwand”, die Beschlussfassung regiert.

‘Regiert’ meint, dass Beschlüsse auch auf andere Weise als mit Konsent getroffen werden können, allerdings nur, wenn darüber mit Konsent entschieden wurde. Demokratisch, autokratisch oder mit Konsens beschließen bleibt möglich.

‘Schwerwiegend’ bezieht sich auf den Toleranzbereich, das heißt die Begrenzungen jedes einzelnen Teilnehmers und der Umgebung. Man muss nicht mit einer Entscheidung einverstanden sein – innerhalb des Toleranzbereichs reicht aus.

‘Begründet’ bedeutet, dass Konsent kein Vetorecht ist. Konsent bedeutet das Recht, seinen Einwand zu begründen.

Während Grundsatzentscheidungen mit Konsent getroffen werden, wird die Ausführung dieser Grundsätze an einen oder mehrere TeilnehmerInnen der Organisation delegiert. Diese können innerhalb der Grenzen der aufgestellten Grundsätze in der Ausführung eigene Entscheidungen treffen.

Wenn auf diese Weise Beschlüsse gefasst werden, steht allen Mitglieder die gleiche Möglichkeit zur Korrektur von Entscheidungen zur Verfügung.

Neben der ersten Regel ‘Konsent regiert’ gibt es noch eine große Anzahl anderer Regeln, die das Arbeiten mit Konsent für jede Art von Organisation ermöglichen. Die drei wichtigsten Regeln nach ‘Konsent regiert’ sind: Die Kreisorganisation, die doppelte Verknüpfung und die soziokratische Wahl.